Pfarre zum hl. Laurentius (seit 1350)

GESCHICHTE DER PFARRE RODINGERSDORF

Rodingersdorf wird schon um 1140 erstmals genannt, seine Kirche erscheint urkundlich 1281 belegt.

Mutterpfarre war Gars-Eggenburg, doch scheint Rodingersdorf im Spätmittelalter eine gewisse Selbständigkeit gehabt zu haben.

1379 sind die Stockerner Verleiher der Kirche, die dem hl. Ägidius geweiht war; wenig später scheint sich jedoch der hl. Laurentius als Kirchenpatron durchgesetzt zu haben. Auch ist 1429 das Patronat der Besitzer von Stockern belegt, doch blieben auch der Mutterpfarre Eggenburg ihre Rechte gewahrt. Seit 1541 konnte Rodingersdorf nicht mehr besetzt werden, und so sank es wieder zur Filiale von Eggenburg herab. 1621 wurde Rodingersdorf für kurze Zeit mit Kühnring verbunden, zu 1630 gibt es die rätselhafte Nachricht einer Zugehörigkeit zum Stift Altenburg.

Mit der Konsolidierung der kirchlichen Verhältnisse im 17. Jahrhundert ist Rodingersdorf wieder Filiale von Eggenburg und wird 1712 bei Wahrung aller Rechte der Mutterpfarre seelsorglich der Pfarre Walkenstein zugeteilt.

Um die Jahrhundertmitte begannen nun lebhafte Bemühungen, Rodingersdorf zur selbständigen Pfarre zu erheben, 1756 wurde auch eine Benefiziatenstiftung errichtet, allein die Durchführung scheiterte. Rodingersdorf blieb weiter bei Walkenstein, doch führte man dort seit 1759 eigene Matriken für die Filiale.

Erst 1775 kam es zur Errichtung der Lokalie Rodingersdorf, dessen Patronat das Stift Geras übernahm, da es seit 1760 Inhaber der zuständigen Herrschaft Walkenstein war.

Zur Pfarre gehört auch der Ort Doberndorf mit einer Ortskapelle.

Nördlich von Rodingersdorf (Richtung Walkenstein) war im 1. Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager, in dem 75.000 Soldaten lebten. 3.600 Italiener und Russen sind im Lagerfriedhof begraben.

Die Pfarrkirche zum hl. Laurentius ist ein romanischer Bau aus dem13. Jahrhundert, ein kleines Langhaus mit einem etwas eingezogenen längsrechteckigen Chor, der gerade abschließt. Bei der letzten Restaurierung im Jahre 1962 traten einige romanische Bauteile zutage, unter anderen an der nördlichen Außenwand ein schlichtes Rundbogenportal, zwischen den barocken Fenstern ein kleines Rundbogenfenster, im Innern die Kämpfer des ehemaligen Triumphbogens.

Der kleine Westturm entstand erst um 1870.

Einfacher Hochaltar mit barockem Steinkreuz, links davon Sakramentsnische und Steinrelief des hl. Laurentius aus dem späten 15. Jahrhundert. Moderne Tafelbilder, Öl auf Holz: Maria, Herz Jesu und Kreuzweg, 1961, von Robert Herfert.

Barocke Westempore mit kleiner Orgel.

Die Kirche liegt inmitten des Friedhofes, an dessen Eingang zwei figurale Grabsteine Beachtung verdienen.

(Quelle: Dekanat Eggenburg, Festschrift anl. des Diözesanjubiläums 1985, Redaktion Pfarramt Eggenburg)